Dienstag, 12. Februar 2013

Superlative und ein weiteres Wintermenü



Wer die schönste Stadt des Universums besuchen möchte und nicht wissen sollte, wo genau er/sie im Fall der Fälle hin muss, dem wurde kürzlich hier das Licht der Erkenntnis angezündet.

Zum Glück handelt es sich dabei um eine Metropole mit nicht unerheblicher Flächen- und Einwohnerausdehnung, so dass diese Stadt nicht so schwer zu finden sein sollte. Für alle, die von außerhalb unseres Planeten anreisen, empfehle ich zunächst einmal in das Navigationsgerät der fliegenden Untertasse Deutschland, Erde einzutippseln. Dort angekommen, einfach Richtung Süden orientieren und nach kürzester Zeit sollte schon das erste Hinweisschild mit aktueller Entfernungskilometerangabe bis nach München erscheinen. 

So ist das hier, in diesem unseren Land .Niemand muss sich verirren, selbst dann nicht, wenn der GPS-gesteuerte elektronische Routenführer mal out of order sein sollte. Ob Hamburg, Stuttgart, Köln, Flensburg oder München, unser ausgeklügelter Schilderwald führt auch Ortsunkundige nur durch Folgen der blauen und gelben Tafeln am Straßenrand in die bedeutenden Städte des Landes.

Und wenn es aber in das schönste Dorf gehen soll? Das stellt sich für die Außerirdischen, selbst für Erdenbewohner, was soll ich sagen, auch für deutsche Bürger schon schwieriger da. Denn das schönste Dorf des Universums hat sich absichtlich etwas zurückgezogen. Weder hunderte Kilometer entfernte Wegweiser noch Autobahnabfahrten deuten den Weg in dieses pittoreske Kleinod. Es rutscht absichtlich durch das Schilderraster und macht es sich in einer Nische abseits des Trubels gemütlich.


Man stelle sich mal vor, wie es hier aussähe, wenn auch nur die Hälfte der täglichen Besucher von München im Laufe einer Woche zum Verweilen auftauchten. Unser liebevoll geführtes, einziges Exemplar des Einzelhandels (Geschenkartikel, Blumen, Bastelbedarf, Zeitungen, Süßes für die Kinder) als Ziel für Shopping-Touristen wäre völlig überfordert. Unser Gasthof könnte sich seinen Ruhetag abschminken und unsere Hauptstraße wäre ohne Ampelanlage nicht mehr überquerbar.

Da ist es schon besser, wenn wir hier ein bisschen für uns bleiben und nur ab und an ein paar Kenner, Liebhaber, Gäste und Freunde (alle natürlich gern gesehen und herzlich Willkommen) hierher kommen und dem schönsten Dorf des Universums einen Besuch abstatten.

Wer wissen möchte, wo es sich befindet, sieht an der roten Nadel, die in der Karte steckt, die genaue Stelle :o)



So unterschiedlich die beiden von uns ausgezeichneten Orte auch sein mögen, so gibt es trotzdem auch Gemeinsamkeiten, wie z.B. die Tatsache, dass jeder mit einem Niederlassungssitz von Hundertachtziggrad gesegnet ist.  Außerdem gibt es hie wie da die von Toni beschriebenen allerbesten Nachbarn überhaupt. Wobei... ich würde so gar die Behauptung zulassen, dass diese auch noch an anderen Orten dieser Nation ansässig sein könnten.
 
Wie es der Zufall will - oder ist das vielleicht gar kein Zufall? - wurden diese Nachbarn nicht nur bei Toni, sondern auch bei uns bewirtet. Da die meinigen Nachbarn aber alle nicht in demselben Haus wohnen wie wir, war ich doch sehr erleichtert, dass unsere Spülmaschine sich nicht der in der NL Süd angeschlossen, sondern an diesem Abend treue Dienste geleistet hat. Nicht auszudenken, wenn wir die vielen Teller durch die dunklen Gärten hätten tragen müssen...

Wir waren insgesamt zu siebt und haben den Abend in acht kulinarischen Etappen erlebt. Dass sich ein paar Ähnlichkeiten zum 180°-Menü in München eingeschlichen haben, kann natürlich auch kein Zufall sein,wo wir 180-Gradler doch das weltbeste Blogteam...



Und das waren unsere Etappen (Rezepte erscheinen nach einem Klick auf den Rezeptnamen):





3.Blumenkohlpüree, 1-Stunden-Ei, Sud von frischem Kurkuma, Haselnussbutter













Zu guter Letzt die bescheidene Weinauswahl. 
Da der ein oder andere Anwesende sich zum Essen mit Gänsewein begnügte, gab es nicht zu jedem Gang einen eigenen Wein. Aber auch so war es durchaus spannend und fast immer passend. 

Kommentare:

  1. Ja Wahnsinn! Wenn ich so etwas sehe, merke ich, wie viel ich noch lernen muss. Ein wundervolles Menü!

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    1. Daake!
      Aber so etwas bekommst du auch hin, bestimmt! Es müssen ja nicht gleich acht Gänge sein...

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  2. Sind bei Susa grad die Frankenwochen ausgebrochen?

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    1. Nö. Wenn dann bei mir, susa trägt an der Beweinung keine Schuld :o)
      Und überhaupt ist Franken nur am Anfang und am Ende vertreten, die Mitte ist außerfränkisch.

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    2. leider kann ich nicht so oft zwischen den Niederlassungen hin und her reisen, wie ich gerne möchte
      aber immerhin hatten wir hier am schönen Niederrhein am Wochendende die Rieslaner Auslese Randersackerer Sonnenstuhl von Schmitt's Kinder, also auch ein bisschen Franken

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    3. Ja, ich bedaure das auch...

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    4. Leo, weil du dann sturmfreie Bude hättest? :o)

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  3. 1. Ich brauche neues Geschirr. Z.B. eure tiefen Rillen-Teller.

    2. Wie beruhigend zu wissen, dass man also auch in der Nähe von Hamburg gute "Ware" (wie ein Schreiberkollege zu sagen pflegt) bekommt. Der Gatte ist ja nach wie vor der Meinung, wir müssten, sobald wir Paris wieder verlassen, jämmerlich verhungern.

    3. Jetzt hab ich schon wieder Hunger.

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    1. 1. Diese Teller gibts leider nicht mehr. Sind kein feines Porzellan, aber dafür sehr dekorativ. Ich hab meine mal bei butlers gekauft :o)

      2. In der Nähe von Hamburg bekommt man in der Tat gute Ware. Auf dem Land funktioniert das oft sogar noch besser als direkt in der Stadt. Allerdings kaufe ich auch, wenn ich mal was Feines (wie z.B. den Heidschnuckenrücken) sehe und friere erstmal ein.
      Ihr könntet also getrost sogar in die niedersächsische Provinz ziehen...

      3. Menno, das tut mir leid :o)

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    2. Das Porzellan gibt es aber noch in edel (und teuer) von Hering, Berlin.

      http://www.heringberlin.com/de/collections/masters

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    3. Ooooha ja, ganz außerordentlich edel (und teuer).
      Das würde ich mich nicht trauen zu benutzen.

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    4. Ok, dann also in Zukunft doch regelmäßig bei butlers reinschauen. Ich hab die ja von der Besuchsliste gestrichen, weil ich mir dachte, dass da in erster Linie Im-Weg-Herumsteher verkauft werden.

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    5. Kleiner Trost, den Teller gibt es auch in edel und teuer bei Dibbern und die haben in der Oberpfalz einen Werksverkauf.... :-)

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    6. Frau Neudecker, das mit den Rumstehern ist überwiegend richtich! (*pluspunktebeifrauneudeckersammele)

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    7. Dibbern ist natürlich auch besenders. Wo isn da Werksververkauf, @bushcook? Lohnt sich das?

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  4. WOW!!!
    Wie viele Wochen hast du dafür gekocht? Oder hast du ein paar Küchenchefs??

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    1. Nicht Wochen, MO-NA-TE!!!
      Neee, das hielt sich in Grenzen. Vieles hab ich 2-3 Wochen vorher zubereitet und eingefroren, wie z.B. die Suppe, die Pasta, das Pürree, den Sud, das Sorbet, das Eis.
      Die anderen Dinge hab ich dann am Vortag und am Menütag direkt zubereitet. Eine Gästin hat förmlich darauf bestanden mitzuschnibbeln, wasn Glück :o) Sie hat dann auch beim Anrichten geholfen, bei 7 Personen nicht zu unterschätzen, wenn alles gut temperiert auf den Tisch soll.

      Als Fazit kann ich sogar sagen, dass dies eines meiner entspanntesten Menüs war, was aber auch wiederum an den 8-Gang-menütauglichen Gästen lag.

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  5. Antworten
    1. ein "gar ned schlecht" vom gwex, das ist ja fast ach was schreib ich fast, dass ist ja mehr als ein "supper" vom Lafer ;)

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    2. Finde ich auch :o)))))

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  6. Ja Wahnsinn, ich möchte mich am WE gleich mal an Eurem Dessert versuchen. Was ist den Invertzucker?

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    1. Eine gute Erklärung an Anleitung für Invertzucker gibt's bei Eline http://www.kuechentanz.com/2009/05/cremiges-eis-und-sorbet-durch.html

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  7. Ach so, wenn du den nicht nun auch noch zubereiten möchtest, dann geht für den Anfang auch normaler Zucker, im gut sortierten Supermarkt bekommst du I.Zucker vll. Aber auch gekauft.
    Da hast du dir aber auch den aufwändigsten Gang ausgesucht ;o)

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  8. Wir machen im März ein Essen mit Freunden und ich bin mit dem Dessert dran.

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    1. Ok, bis dahin hast du ja noch ein bisschen Zeit den Invertzucker, das Eis und ggf. den Baumkuchen vorzubereiten.

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  9. Klasse! Viele Worte braucht es bei dem Menu gar nicht. Außer vielleicht noch, dass die Beweinung mir auch sehr gut gefällt, ganz besonders die fränkisch/südtirolerische.
    Und ich bin ziemlich sicher, dass Deine Nachbarn auch glauben, sie hätten die besten Nachbarn.

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    1. Das will ich doch hoffen, schließlich hab ich sie mich 8 Gängen bestochen! :o)

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  10. Suse, das mit dem schönsten Dorf glaube ich unbesehen, nachdem ich im Oktober ein paar Tage am Rande der Lüneburger Heide in einem ganz entzückenden Bauernhaus verbracht habe. Dass man dort auch so wunderbar kocht macht für mich die Gegend noch reizvoller!

    P.S. Morgen ist mein Ingwer in Sirup fertig.

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    1. Oh wie schön, du warst bei "uns"?
      Zum Glück ist es schon lange nicht mehr nur was für Graukopfadler und Armadas an Reisebussen.

      Schön, dass du den Ingwersirup ausprobierst. Ich hoffe, dass er dir genauso gut schmeckt wie mir.

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  11. Super-Menü! Ich erwäge einen Umzug in deine gewisse Nachbarschaft im Norden... :)

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    1. Gern! Dann deck ich beim nächsten Mal für eine Person mehr..gar kein Problem...

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  12. Un-glaub-lich und für mich unvorstellbar! Für solche fantastischen Menüs fehlt mir die Übung und die Gelassenheit. Immerhin hätte ich schon mal 6 von den tiefen gerieften Tellern ;-)

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    1. Na das ist doch schon mal ein Anfang :o)
      Mir sind die Teller allerdings nocht nicht bei dir im Blog aufgefallen

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  13. Deluxe Menü aus der besten aller 180° Niederlassungen Nord! Ich kann mich grad garnicht für einen Favoritengang entscheiden. Das ist wirklich klasse stimmig, Frau Kollegin :)

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  14. Und ich war immer der Meinung, dass das Dorf in dem ich aufgewachsen bin, das schönste, beste und liebenswerteste Kaff der Welt wäre. „Perle Süddeutschlands“, „Schwungrad Europas“ etc. etc. etc…

    Okay, ich hatte ja auch mal geglaubt, dass ich kochen können ;-)

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    1. So kann man(n) sich irren, zumindest, was die erste Annahem angeht.

      Gewisse Fähigkeiten zur Zubereitung von Speisen gestehe ich dir gewiss zu. Was gäbe das bloß für einen Skandal, wenn heraus käme, dass eines der "Hundertachtziggrad"-Teammitglieder nicht kochen könne...

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