Dienstag, 28. Oktober 2014

Lang lang ist’s her…




…dass ich zuletzt ein Menü zubereitete. Nicht einmal drei Gänge, die ja bekanntermaßen noch kein Menü darstellen, haben innerhalb eines Abends meine Küche verlassen.
Damit ist jetzt Schluss, endgültig. Gut, dafür, dass es Zeiten gab, an denen mir die Zubereitung eines Käsebrotes schon zu viel war, hab ich mich mittlerweile schon wieder ganz passabel heran gearbeitet.
In unserem Urlaub in Österreich hatten wir das Verspeisen von Menüs ausgiebig geübt, so dass jetzt nur noch die  Herstellung eines solchen offen stand.
wie gut, dass sich am vergangenen Wochenende lieber Besuch ankündigte und sich nun endlich eine gelegenheit bot. Für den Wiedereinstieg haben Herr Suse und ich uns auf vier Gänge geeinigt, vor die ich noch ein kleines Knusperchen eingeschleust hatte.

Vieles konnte ich aus Vorrat und Garten verwenden. Inklusive Einkauf hatte ich mir für die Vorbereitungen zwei Tage eingeräumt, in denen das alles ganz gut zu wuppen war.

Und das gab es:

Freitag, 24. Oktober 2014

Südtirol braucht einen Slogan!



Jede Region, die etwas auf sich hält, hat einen Slogan. So einen schmackigen Werbespruch, der in mindestens fünf Sprachen auf den Broschüren der zuständigen Tourismusinstitutionen prangt. Wie zum Beispiel: Zum Wohl, die Pfalz! oder I ♥ New York!

Und Südtirol? So ein wunderbares Urlaubsgebiet und kein Slogan! Wo man inzwischen sogar im arroganten Bordeaux erkannt hat, dass ohne Werbung heutzutage gar nichts mehr läuft. Wenigstens gibt es ein Logo, welches die Dolomiten darstellen soll, bekannt von jeder Apfelkiste.



Die beste Werbung für Südtirol sind allerdings seine Menschen. Grandiose Natur gibt es auch im Grand Canyon, begeisternde Weine überall, wo man sich die Mühe macht, sie zu finden, und bei Kultur sind sie sicher in London oder Barcelona weiter vorne.

Aber wer jemals von einem aus Prinzip umso schneller französisch sprechenden locuteur natif genervt wurde, je mehr dieser feststellt, dass sein Gegenüber über eher übersichtliche Französischkenntnisse verfügt, der weiß, was ich meine. Oder den sich anbiedernden Spanier, der einem die Vorzüge des deutschen Bieres an Mittelmeergestaden fast schon körperlich aufdrängt. Oder diese übertrieben verhandlungsaffinen eher östlichen Mittelmeeranrainer.
(Mir ist klar, dass dieser Absatz wegen politisch unkorrekter und unzulässiger Verallgemeinerungen nicht weniger als einen vierwöchigen Shitstorm nach sich ziehen muss und ich bin bereit mich meiner politischen und medialen Verantwortung zu stellen.)

Und in Südtirol? Herzlich! Freundlich ohne anbiedernd zu sein! Und man denkt, es gibt nichts, was sie nicht meistern.

Und deswegen ist dieser Artikel einigen Südtiroler Menschen gewidmet, die es einmal mehr geschafft haben, uns unseren letzten Südtirolaufenthalt unvergesslich zu gestalten.

Da ist als erstes natürlich der Armin Kobler, mit dem mich seit meinem ersten Besuch bei ihm eine herzliche wenn auch überwiegende virtuelle Freundschaft verbindet. Immerhin sehen wir uns auch bei der ProWein jedes Jahr persönlich.

Armin gehört zu den Menschen, bei denen man sich sorgen muss, wenn sie sich einmal nur gerade so viel Arbeit aufladen, wie sie bewältigen können. Deswegen hat er seinen Betrieb natürlich erweitert, einen Keller eingebaut, der noch Großes erwarten lässt, ein kleines Weingut dazugekauft, jetzt auch Cabernet Franc angebaut. Einen wunderbaren Nachmittag haben wir mit ihm verbracht und wieder einmal die Erkenntnis mitgenommen, dass sein Gewürztraminer einen Benchmark darstellt. 



2012 Gewürztraminer Feld, Armin Kobler DOC
Klares Goldgelb und dieser Duft, hmmm tiiiief die Nase ins Glas stecken und sich von dem Duftpotpourri mitnehmen lassen, Honig, Aprikose, Mandel, Muskatblüte und Rosen, Rosen, Rosen – intensiv aber nicht dominant, alles so fein schwebend. Jetzt im Mund: kühl, elegant, schmeichelnd mit Zunge und Gaumen spielend, die Aromen werden intensiver, eine zartsalzige Mineralik ist gerade so fein spürbar, dass sie den weichen Aromen Struktur gibt. Säure und dezente Süße spielen miteinander Versteck. Und dann verabschiedet sich alles zu einem zauberhaft schwingenden Abgang.
Chapeau!


Dann muss ich unbedingt die Frau Doris Kohlgruber und den Sommelier des Hauses, den Paul, erwähnen. Die beiden haben es verstanden, uns jeden Abend mit wunderbaren Weinempfehlungen zu überraschen, mit ungewöhnlichen, mutigen Kombinationen zu einer feinen Südtiroler Küche. Kenntnisreich, fröhlich, serviceorientiert, unkompliziert! Wer hätte gedacht, dass vor allem der doch oenologisch wertkonservative Herr susa bei den beiden zum unerschrockenen Jünger von Orange Wines, Piwis und derlei Exoten mehr wurde. So sehr, dass er sogar welche mitgenommen hat. Das nachhaltigste Erlebnis

2011 Sauvignon Garnellen, Amphorenwein, Tröpftalhof Kaltern
Orange, der ist wirklich orange. Was die Farbe angeht und natürlich auch technisch. Es handelt sich um einen Maische vergorenen Wein. Und gut, dass Paul ihn vernünftig vorbereitet hatte, nämlich lange gelüftet und dabei kühl gehalten. Auch hier trifft ein überbordendes Aromenspiel die Nase: reife Birne, Ingwer, Melone, Litchi, Trockenaprikose dabei auch Gewürze wie weißer Pfeffer, etwas Zimt, Senfsaat. Am Gaumen druckvoll, sehr intensiv mit Schmelz und Saft, dann ein faszinierende lange wuchtiger Abgang. Ein WOW-Wein.


Und erst die reizende Dame von der Besucherbetreuung der Cantina Terlan. Leider habe ich ihren Namen nicht notiert, vielleicht kann der Herr Chefkommentator da aushelfen. Den haben wir dort nämlich auch rein zufällig getroffen. Dass wunderbare Proben zusammengestellt werden, Informationen gegeben und die Kunden freundlich bedient werden, nun das kennt man ja. Aber was diese Dame alles unternommen hat, um für uns noch irgendwo irgendetwas von dem leider gnadenlos ausverkauften 2011er Nova Domus zu ergattern, das macht noch nicht mal jeder Händler. Sämtliche Weingroß- und -einzelhandlungen der näheren und weiteren Gegend hat sie abtelefoniert bis nach Bayern, ihre Lagerleute zum Suchen animiert. Nicht locker gelassen hat sie. Am Ende hat sich noch eine Magnum gefunden. Übrigens hat Frau Kohlgruber, als wir ihr davon erzählten, ihrerseits noch einmal eine Telefonaktion gestartet.
.
 

Dienstag, 21. Oktober 2014

Sommerschätze

 …in den Herbst und Winter mitgenommen. Kirschen, Johannisbeeren, Tomaten, Paprika, Zucchini, Feigen, Basilikum… Und schon in einem Menü verarbeitet - ausgiebig beweint.

Servus aus der Küche:
Curryschaumsüppchen mit Garnele, Kalbstatar-Hörnchen

 
Avocado-Fenchel-Gurken-Tatar, Apfel-Meerrettich-Gelee, gebeizter Saibling, Sauerrahm-Kresse-Eis

 
Kartoffel-Steinpilz-Ravioli, Nussbutterschaum, Haselnüsse

 
Rotbarbe, mediterrane Gemüseterrine, Tomatensauce mit Fenchelpollen von Eline, Basilikumöl

 
Confierte Gewürzgans, geröstete Brioche, Lorbeer-Portwein-Feige

 
Nicht fotografiert und auch schon verbloggt: Bleu d’Auvergne-Schaum mit Birnenkompott

Der Trend geht ja zum Pre-Dessert oder: ich mag einfach Orangensorbet mit Bizzel so gern

 
Kirsch-Johannisbeer-Sorbet, Topfen-Mohnmousse, Kirschragout, Schoko-Muscovado-Kuchen

 
Und noch ein paar schöne Bilder vom Herbst…








Freitag, 17. Oktober 2014

Saftige Angelegenheit



Der Himmel strahlt uns beinahe unverschämt selbstherrlich in einem kräftigen Blau entgegen, der Rasen ist saftig grün und die Bäume verändern ihr Outfit farblich in strahlend Gelb, Ocker und leuchtendes Rot. Im Garten riecht es gärig-süß nach Fallobst. In Ihrer Population schon stark dezimierten Wespen nagen an den Pflaumenresten sowie den braunen Stellen der Äpfel, die der Baum einfach so abgeworfen hat.
Herr Suse und ich befinden uns im Garten von A., unserer Nachbarin und befreien einen Apfelbaum von seiner reifen Last. Es ist der einzige Apfelbaum in ihrem Garten, der in diesem Jahr überhaupt trägt. Und dann auch noch so viele kleine, mit schorfen Stellen verunstaltete Früchte. Aber für mein heutiges Vorhaben ist das egal.

Beinah wäre es geplatzt, denn ich brauche heute viele Äpfel, je mehr, desto besser. Blöderweise ist trotz des wunderschönen Sommers die Aussicht gar nicht vielversprechend.
So manches Jahr wird einem das Obst sprichwörtlich hinterher geschmissen, weil jeder Apfelbaumbesitzer gar nicht weiß, was er mit den Obstmassen anfangen soll. Nicht so in diesem Jahr. Die wenigen Apfelbäume, die einigermaßen tragen, scheinen dieses Jahr von ihren Besitzern eine Art Heiligsprechung erfahren zu haben, denn von großzügigem Pflückangebot ist weit und breit nichts zu hören.
Und dann ein Lichtblick! Die Eigentümer eines unter der Last der Äpfel fast zusammen brechenden Baumes würden mir gern etwas abgeben, allerdings…tja, allerdings handelt es sich um eine späte Sorte, die erst im November geerntet wird. Zu blöd, denn der Termin ist doch schon in ein paar Tagen. Auch die vielen „wilden“ Apfelbäume bieten kein lohnenswertes Angebot bzw. sind schon von jemand anderes geplündert.
Und dann, fünf Tage vor dem Termin, bekomme ich einen Anruf meiner Mutter, dass sie eine Quelle aufgetan hätte, bei der die Eigentümer einer Streuobstwiese nicht wüssten wohin mit den vielen Äpfeln. Das ist die Rettung!!! Mama und Papa machen sich für mich auf den Weg, pflücken Äpfel und Birnen, was das Zeugs hält und übergeben irgendwo an der A7 Herrn Suse die reiche Ernte.
Und so freue ich mich auf mein erstes Mal Apfelsaftpressen.

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Kettenbrief und sonstige Schwächen

Also meine Pünktlichkeit ist ja sprichwörtlich. Ebenso mein Ordnungssinn. Einer Jungfrau absolut unangemessen.

Aber wenn es etwas gibt, womit ich alles in den Schatten stelle, dann ist es meine Ignoranz von Kettenbriefen in jeglicher Erscheinungsform. Also zur Erläuterung: Kettenbriefe sind die rechtmäßigen Vorläufer der Strukies. 

Nur dass man bei Kettenbriefen einen Sack voll Postkarten nicht bekommt, während bei Strukies ein Haufen Geld nicht verdient wird. Und falls doch, wird man von Vroni geheiratet.
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